Zwei Welten
Natur-Perle: echte Perle, natürliche Perle, Orientperle
Natur-Perlen sind natürlich entstandene Gebilde, die zufällig und ohne menschliches Zutun im Innern einer Auster = Muschel entstanden sind. Sie bestehen aus Conchin (organisch) und Kalziumkarbonat (anorganisch) in der Regel von Aragonit. Sie sind in Schichten aufgebaut, deren äussere Schicht perlmuttartig schimmert. Natur- oder Orientperlen findet man heute praktisch nicht mehr. Unzählige Muscheln müssen göffnet werden und es ist pures Glück eine schöne Perle zu finden. Ist sie von schöner Qualität, ist sie sehr teuer, da extrem selten.
Zucht-Perle:
Die Zucht- oder Kulturperle entsteht mit menschlicher Hilfe. Der Perlen-Auster wird ein Muschel-Kern (meist von der Mississippi Muschel) mit einem kleinen Stück Mantelgewebe durch eine "Operation" eingesetzt. (Das Mantelgewebe ist das Epithel- oder Zellgewebe das den Weichkörper der Muschel umschliesst und verantwortlich ist, dass die Perlmuttproduktion angeregt wird). Das Implantieren des Kern in die Auster wird von Fachkräften durchgeführt. Dies setzt viel Feingefühl voraus. Die Auster erkennt diesen Kern als Fremdkörper. Die Abwehrreaktion löst den Reiz zur Perlmuttbildung aus. So wird der Kern von Perlmutt umgeben, Schicht für Schicht, lamellenartig, der Beginn der Perlenbildung über zwei bis drei Jahre hinweg.
Bis heute gibt es wissenschaftlich keine Erklärung, wie genau der Prozess der Perlmuttabsonderung mittels der Epithelzellen in der Auster abläuft. Man weiss jedoch, dass ohne Epithelgewebe keine Perlmuttbildung stattfindet.
Die Perlenzucht erfordert grosses Können und Achtsamkeit sowie äusserste Sorgfalt und viel Geduld. Selbst wenn der Mensch eingegriffen hat, ist es doch die Auster, die die Arbeit erledigt. Es ist zweifellos dieser geheimnissvolle Prozess der Perlenbildung, der sich in den Tiefen des Meeres abspielt. Dieses langsame Tempo ihrer natürlichen Entstehung, die Form, das Licht, die Berührung und dieses ausserordentliche Material, all das macht die Magie aus.
Perlenarten
Meeresperlen
Unter allen Perlen auf der Welt gibt es eine, die selten und verehrt ist, die Südseeperle. In unberührten Gewässern, in denen die Temperatur mild und die Athmosphäre nährend ist, reifen mindestens zwei Jahre die hellen Südseeperlen in der Pinctada Maxima, bekannt als die silber- oder goldlippige Auster und die dunklen Tahitiperlen reifen in der Pinctada Margaritifera, bekannt als die schwarzlippige Auster, heran.
Akoyaperlen, auch Mikimotoperlen genannt, sind die Klassischen runden japanischen Perlen. Nach vielen, oft erfolglosen Zuchtversuchen, verdankt sie ihre Existenz, dem unermüdlichen Einsatz und Wille des Japaners Kokichi Mikimoto. Die Begehrtheit der ersten Zuchtperlen war enorm. Die Akoyaperle wird vor allem wie ursprünglich, in Japan, in der kleinen Auster Pinctada Fucata Martensii kultiviert.
Süsswasserperlen
Wie ihr Name schon andeutet, wird die Süsswasserperle nicht im Meer sondern in Flüssen und Seen oder in Süsswasserbecken kultiviert. Ihre Vielfalt ist enorm. Die Zuchtgebiete sind vor allem Asien, China, Japan. Es werden die Austernarten Hyriopsis Schlegelii in Japan und in China die Auster Hyriopsis Cumingii zur Kultivierung verwendet.
Keshiperlen
Keshiperlen sind ein Zufallsprodukt und meistens ohne Kern. Sie wachsen in Süsswassermuscheln und in Meeresmuscheln. Ihre Formen sind vielfältig, verschiedene barocke Formen, fast nie rund.